Andernorts/Out of Place

Mit rund 40 Gesprächen, Diskussionen und Vorträgen verwandelt das erste Vienna Humanities Festival den Karlsplatz in einen weiträumigen urbanen Salon. Was haben die führenden Intellektuellen zu den brennenden Fragen unserer Zeit zu sagen?

Das diesjährige Motto „Andernorts/Out of Place“ hat seinen Ausgangspunkt in der aktuellen Flüchtlingskrise, geht aber weit über das Thema hinaus, um die Bewegung von Menschen, Dingen und Ideen als ein Fundament der Kulturgeschichte nachvollziehbar zu machen.

Fr

ERÖFFNUNG
18H30
WIEN MUSEUM

BARBARA COUDENHOVE-KALERGI: VERTRIEBEN

Die Grande Dame des österreichischen Journalismus im Gespräch mit Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl- Schmid über Flucht und Vertreibung, eigene biografische Erfahrungen und die gegenwärtige Krisensituation.

2309

Sa

Programm

2409

 
Wien Museum
Atrium
Wien Museum
Pompejanischer Salon
TU Wien
Boecklsaal
Karlskirche
 
10H00 –
11H00 –
Andernorts

„Andernorts“ ist einer der großen Romane des Wiener Schriftstellers Doron Rabinovici. Wie viele seiner Werke spielt das 2010 veröffentlichte Buch an und mit den Schnittstellen österreichischer und jüdischer Befindlichkeiten. Für das erste Vienna Humanities Festival war die packende Story zweier konkurrierender Kulturwissenschaftler Inspiration und Namensgeberin. Im Gespräch mit Wien Museum-Direktor Matti Bunzl entfaltet Rabinovici die provokanteste These von Andernorts: „Heimat ist, wo einem fremder zumute ist als an jedem anderen Ort.“

 
Andernorts

Doron Rabinovici

Doron Rabinovici
Forms of Solidarity in Displacement

Democracy, migration, and cultural policy are the research areas of political scientist Monika Mokre. As an activist she was part of the Refugee Protest Camp Vienna, describing the experience in her book “Solidarity as Translation”. Nataliya Gumenyuk is co-founder and head of the independent TV-channel hromadske.ua, founder of the civil right movement Stop censorship!, who in recent years extensively reported on Maidan, Crimea, and the war in East Ukraine. Together they will look into the forms of solidarity that emerge within and with refugee groups. Moderator: VHF co-curator Dessy Gavrilova

 
Forms of Solidarity in Displacement

Monika Mokre
Nataliya Gumenyuk

Monika Mokre
Nataliya Gumenyuk
Panama Papers

Die „Panama Papers“ waren die journalistische Sensation des Jahres. Ein internationales Netzwerk investigativer JournalistInnen wertete in einer globalen Aktion mehr als zehn Millionen vertrauliche Dokumente rund um zweifelhafte Finanzdeals und Fälle von Steuerhinterziehung auf. In Österreich war ZiB 2-Redakteurin Ulla Kramar-Schmid federführend beteiligt. Ihr verdanken wir (neben Falter-Chefredakteur Florian Klenk) die Aufdeckung von lokalen Verwicklungen im österreichischen Bankensektor sowie von Praktiken im Offshore-Bereich. Im Gespräch mit Sibylle Hamann berichtet sie von den neuesten Erkenntnissen und lässt hinter die Kulissen blicken.

 
Panama Papers

Ulla Kramar-Schmid

Ulla Kramar-Schmid
Abkühlung und Aufklärung

Der Autor und Historiker Philipp Blom arbeitet an einem Buch über die „Kleine Eiszeit“, eine Periode relativ kühlen Klimas vom Ende des 16. Jahrhunderts bis in das 19. Jahrhundert hinein. Massive Migrationsströme und gesellschaftliche Umbrüche waren damit verbunden, Europa musste sich neu erfinden – bis hin zur Aufklärung, so Bloms Analyse. Welche Lehren man daraus für die anstehende globale Herausforderungen ziehen kann, steht im Mittelpunkt eines Gesprächs des Autors mit Eric Frey (Der Standard)

 
Abkühlung und Aufklärung

Philipp Blom

Philipp Blom
10H00 –
11H00 –
11H30 –
12H30 –
Situationen des Extremen

Die Schriftstellerin Anna Kim übersiedelte 1979 von Südkorea nach Deutschland, einige Jahre später nach Wien. In ihrem viel beachteten Werk spielen Vertreibung, Ortswechsel und Ortsgebundenheit zentrale Rollen, ob in Exjugoslawien („Die gefrorene Zeit“) oder in Grönland („Die Anatomie einer Nacht“, „Invasionen des Privaten“). Wie man existenzielle Extremsituationen künstlerisch seziert und welche Bedeutung dabei die Sprache hat, erläutert sie im Gespräch mit Günter Kaindlstorfer.

 
Situationen des Extremen

Anna Kim

Anna Kim
Im amerikanischen Süden

Der amerikanische Süden: Ort der Sklaverei, der Segregation, der rassistischen Gewalt, aber auch der Erfolge der Bürgerrechtsbewegung. Im Jahr 2015 begaben sich Cornelia Kogoj und Christian Kravagna auf eine viermonatige Reise, um den Darstellungsformen dieser Geschichte nachzuspüren. Wie wird Black History in den Museen der Südstaaten, aber auch an anderen Orten der Geschichtsproduktion repräsentiert? Die Leiterin der Initiative Minderheiten und der Professor für Postcolonial Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien geben einen Einblick in ihr Projekt.

 
Im amerikanischen Süden

Cornelia Kogoj
Christian Kravagna

Cornelia Kogoj
Christian Kravagna
Space Law

„Space, the final frontier.“ Der Weltraum, die letzte Grenze. So beginnt „Raumschiff Enterprise“ im amerikanischen Original. Der Weltraum als Ort jenseits unserer Realität ist allerdings nicht nur Spielwiese der Science-Fiction. Er ist hochorganisiert, auch im rechtlichen Sinn. Space Law (Weltraumrecht) ist das Fachgebiet, mit dem sich Irmgard Marboe, Professorin an der Universität Wien, in ihren Forschungen und in den relevanten internationalen Gremien beschäftigt. Beim Vienna Humanities Festival gibt sie Einblick in das Rechtssystem für den ultimativ anderen Ort.

 
Space Law

Irmgard Marboe

Irmgard Marboe
Die gespaltene Gesellschaft

Ágnes Heller ist nicht nur die Grande Dame der europäischen Philosophie, sondern nach wie vor als Intellektuelle in der Öffentlichkeit höchst präsent. In den 70er-Jahren musste die ehemalige Assistentin von Georg Lukács ihre Heimat Ungarn verlassen, 1986 wurde sie Hannah Arendts Nachfolgerin auf deren Lehrstuhl für Philosophie in New York. Heute gilt sie als prominenteste Kritikerin des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid analysiert Heller die gespaltene Gesellschaft Europas.

 
Die gespaltene Gesellschaft

Ágnes Heller

Ágnes Heller
11H30 –
12H30 –
13H00 –
14H00 –
Theorien des Fremden

Wolfgang Müller-Funk, Professor am Institut für Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft der Universität Wien, ist einer der führenden „Public Intellectuals“ Österreichs. In seinem neuen Buch wendet er sich brennenden Fragen unserer Zeit zu: Was heißt es, fremd zu sein, sich fremd zu fühlen, als Fremder gesehen zu werden? „Theorien des Fremden“ erkundet die verschiedenen intellektuellen Positionen mit dem Ziel, einen neuen Ansatz zu entwickeln. Moderation: Sybille Hamann

 
Theorien des Fremden

Wolfgang Müller-Funk

Wolfgang Müller-Funk
SchwarzÖsterreich

„SchwarzÖsterreich“ war der Titel einer viel beachteten Ausstellung, die heuer im Wiener Volkskundemuseum gezeigt wurde. Auf einem mehrjährigen Forschungsprojekt basierend, rekonstruierte sie erstmals die Lebenssituationen von ÖsterreicherInnen, die als Kinder afroamerikanischer Besatzungssoldaten in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden. Kuratoren Philipp Rohrbach und Niko Wahl stellen das Projekt vor und diskutieren mit Freddie Fineder und Vanessa Spanbauer, einem Zeitzeugen und einem Mitglied der jüngeren Generation SchwarzÖsterreichs, deren Erfahrungen auch in die Ausstellung einflossen.

 

Freddie Fineder
Philipp Rohrbach
Vanessa Spanbauer
Niko Wahl

Freddie Fineder
Philipp Rohrbach
Vanessa Spanbauer
Niko Wahl
Das österreichische Biennale-Projekt

„Orte für Menschen“: Unter diesem Titel beauftragten Elke Delugan-Meissl, die diesjährige Kommissärin für den Österreichischen Pavillon bei der Architektur-Biennale in Venedig, sowie Sabine Dreher und Christian Muhr vom Thinktank Liquid Frontiers, drei heimische Architektur- und Designbüros, in Zusammenarbeit mit NGOs Konzepte für die Adaptierung von leer stehenden Immobilien für die Unterbringung von Flüchtlingen zu entwickeln. Co-Kurator Muhr berichtet vom Projektverlauf, von der Präsentation in Venedig und von den Herausforderungen, die sich bei der konkreten Umsetzung ergeben. Das Gespräch führt Gerfried Sperl (Der Standard).

 
Das österreichische Biennale-Projekt

Christian Muhr

Christian Muhr
Vom vermeintlichen Glück in der Ferne

Als profunder Mittel- und Osteuropakenner hat sich der Schriftsteller und Übersetzer Martin Pollack einen Namen gemacht. Zu seinen wichtigsten Büchern zählt „Kaiser von Amerika“ (erschienen 2010), in dem er die große Migrationsbewegung aus Galizien in die USA um 1900 beschreibt. Vom Versprechen grenzenlosen Glücks handelt das Buch ebenso wie von Elend, Schleppern und Mädchenhändlern. Die Parallelen zur heutigen Situation sind offensichtlich – Pollacks nüchterner Blick hilft beim Verstehen der Gegenwart wie der Vergangenheit. Im Gespräch mit Werner Michael Schwarz (Wien Museum).

 
Vom vermeintlichen Glück in der Ferne

Martin Pollack

Martin Pollack
13H00 –
14H00 –
14H30 –
15H30 –
Was ist Populismus?

Jan-Werner Müller lehrt Politische Theorie und Ideengeschichte an der Princeton University und ist derzeit Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM). Er verfasste zentrale Texte über die politischen Theorien des 20. Jahrhunderts. Sein neuestes, viel diskutiertes Buch trägt den Titel Was ist Populismus?. Darin skizziert Müller eine allgemeine Theorie des Populismus, die diesen fundamental von der Demokratie abgrenzt. Das Gespräch mit Jan-Werner Müller führt Eric Frey (Der Standard).

 
Was ist Populismus?

Jan-Werner Müller

Jan-Werner Müller
Zukunftsphantasien des 19. Jahrhunderts

Die Geschichte ist voller Zukunftsphantasien – technische Utopien, neu zu schaffende Länder, radikale Gesellschaftsentwürfe. Nie waren solche Visionen wichtiger als im 19. Jahrhundert, der Zeit von Jules Verne und Karl Marx. Kulturwissenschaftler Florian Bettel ergründet das visuelle Archiv vergangener Zukunftsentwürfe; nicht zuletzt auch in der Karikatur. Eine genialische Wiener Phantasie war beispielsweise der Entwurf einer pneumatischen Leichenbeförderung. Das Gespräch führt Frauke Kreutler (Wien Museum).

 
Zukunftsphantasien des 19. Jahrhunderts

Florian Bettel

Florian Bettel
Sofortmaßnahmen

Anfang Oktober 2015 starteten Karin Harather und Renate Stuefer vom Institut für Kunst und Gestaltung der TU Wien das Projekt „DISPLACED“. Im größten Wiener Flüchtlingsquartier (1030, Vordere Zollamtsstraße 7) erarbeiteten sie mit vierzig Studierenden – und in Abstimmung mit dem Roten Kreuz und den BewohnerInnen des Hauses – räumliche Lösungen mit sofortiger Wirkung. Was konkret damit gemeint war und welches Potenzial das Projekt in sich birgt, erläutern die beiden Initiatorinnen im Gespräch mit Sibylle Hamann.

 
Sofortmaßnahmen

Karin Harather
Renate Stuefer

Karin Harather
Renate Stuefer
14H30 –
15H30 –
16H00 –
17H00 –
Wie schaffen wir das?

„Der Mann hinter dem Merkel-Plan“: Mit diesem Label ist Gerald Knaus einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden. Der Österreicher ist Gründer und Vorsitzender der Europäischen Stabilitätsinitiative (ESI), Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations und ist derzeit Mercator-IPC Senior Fellow in Istanbul. Knaus berät Regierungen und entwickelt Konzepte für krisengeschüttelte Regionen und politische Ausnahmesituationen, er selbst lebt in Istanbul und Berlin. Seine Einschätzung der aktuellen Lage in Europa teilt er im Gespräch mit Gerfried Sperl (Der Standard).

 
Wie schaffen wir das?

Gerald Knaus

Gerald Knaus
Die Imagination neuer Räume

Kunst hat die Fähigkeit, unsere Realität vollkommen neu zu denken, alternative Welten zu ergründen, gewohnte Verortungen infrage zu stellen. Zwei führende Wiener Künstler blicken in diesem Zusammenhang auf ein besonders reiches Œuvre zurück. Dorit Margreiter arbeitet oft mit amerikanischem „Material“, Marko Lulić beschäftigt sich häufig mit Südosteuropa, besonders Exjugoslawien. Beim Vienna Humanities Festival sprechen die beiden über ihre kosmopolitische Praxis und ergründen die Rolle der Kunst in der Imagination neuer Räume. Moderation: Ralph Gleis (Wien Museum)

 
Die Imagination neuer Räume

Dorit Margreiter
Marko Lulić

Dorit Margreiter
Marko Lulić
Wie entsteht Mitgefühl?

Warum fällt es uns so schwer, Mitgefühl für anonyme Opfer von Katastrophen an weit entfernten Orten zu empfinden? Wieso geht uns das Schicksal von Menschen, die wir aus den Medien bestens kennen, so nahe? Claus Lamm, international anerkannter Sozialer Neurowissenschaftler und Professor für Psychologie an der Universität Wien, erforscht die biologischen Grundlagen für solche Emotionen und die Fähigkeit zur Empathie. Lamm gibt im Gespräch mit Philipp Blom Einblick in sein faszinierendes Arbeitsfeld und erklärt, warum das Flüchtlingsleid im Mittelmeer so wenig Erregung auslöst.

 
Wie entsteht Mitgefühl?

Claus Lamm

Claus Lamm
Syrisch-orthodoxe Messe

Als Zeichen der gemeinsamen Solidarität findet anlässlich des Vienna Humanities Festivals in der Karlskirche ein ökumenischer Gottesdienst der syrisch-orthodoxen Kirche St. Ephräm in Wien unter der Leitung von Chorepiskopos Emanuel Aydin statt. Gehalten in Aramäisch, der Sprache Jesu, mit liturgischen Gesängen der syrisch-orthodoxen Kirche, dargeboten von einem Frauenchor, macht es die Messe möglich, die Kultur von einer der ältesten christlichen Kirchen kennenzulernen.

 
Syrisch-orthodoxe Messe
16H00 –
17H00 –
17H30 –
18H30 –
Solidarität

Buchpräsentation

Als Caritas-Präsident hat Michael Landau stets Humanität, Hilfsbereitschaft und Mut in Krisensituationen eingefordert. Werte, die angesichts der politischen und sozialen Eskalation zunehmend an Terrain verlieren. Nun hat Landau seine Überzeugungen in einem Buch mit dem Titel „Solidarität“ zusammengefasst, das im September erscheint: eine Handlungsanleitung gegen das Verzagen, eine Aufforderung, aktiv zu helfen und Position zu beziehen. Das Gespräch mit Michael Landau führt Rainer Schüller (Der Standard).

 
Solidarität

Michael Landau

Michael Landau
A Question of Guilt

Where did the idea that someone who committed a crime could be considered “not guilty by reason of insanity” come from historically? When have certain ideological or political positions and behaviors been viewed by contemporaries as “insane”? Holly Case, Professor at Brown University and a current Fellow at the Institute of Human Sciences (IWM), looks “elsewhere/andernorts” to trace the roots of the 19th- and 20th-century debates codifying the legal status of insanity in criminal cases. Holly Case will be in conversation with Miloš Vec, Professor for European Legal and Constitutional History at Vienna University and IWM Permanent Fellow.

 

Holly Case

Holly Case
Fluchtgrund Klimawandel

Extrem heiße Sommer und zu milde Winter erscheinen uns als offensichtlichste Formen des weltweiten Klimawandels. Andere Konsequenzen sind aber viel weitreichender. So führt der Climate-Change zu einer ganzen Reihe neuer Migrationsbewegungen, etwa von Menschen, denen die ökologische Existenzgrundlage entzogen wurde. 2014 wurde die Klimaforscherin Koko Warner für ihre Forschung zum Thema vom International Council for Science als eine der „Top 20 Women making waves in the climate debate“ bezeichnet. Mit Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid erläutert sie die gegenwärtige Situation und präsentiert Modelle für zukünftige Entwicklungen.

 
Fluchtgrund Klimawandel

Koko Warner

Koko Warner
17H30 –
18H30 –

So

 

2509

 
Wien Museum
Atrium
TU Wien
Boecklsaal
TU Wien
Festsaal
brut Wien
 
10H00 –
11H00 –
Europe’s Migrants and the Shoah

Michael Rothberg is the leading Holocaust theorist in the United States and Saul Friedländer’s successor in the prestigious chair in Holocaust studies at UCLA. The pioneer of a post-colonial approach to the Shoah, he has, for example, explored the meaning of the Holocaust for the civil rights movement. His latest research addresses the role of the Holocaust in the lives of Europe’s migrants. What does the memory of the Shoah mean for Turkish-Germans? And what forms of solidarity could exist between Muslim and Jewish communities? In conversation with Wien Museum director Matti Bunzl.

 
Europe’s Migrants and the Shoah

Michael Rothberg

Michael Rothberg
Syria, what now?

ABGESAGT / CANCELLED

 

Sadik al-Azm

Abgesagt / Cancelled
Read-a-thon

Ein Literaturmarathon mit hochkarätigem Starterfeld: Wir haben zehn AutorInnen eingeladen, Auszüge aus Werken von SchriftstellerInnen ihrer Wahl vorzulesen, die persönliche Erfahrungen mit Ortswechsel, Migration, Flucht und Vertreibung thematisieren. Das Spektrum reicht von Klassikern des 20. Jahrhunderts wie Brecht oder Solschenizyn bis hin zu zeitgenössischen Texten, die Vertreibung darstellen. Pro AutorIn sind 30 Minuten Zeit vorgesehen, ohne Pause zwischen den Lesungen.

Das Read-a-thon „Migration durch Literatur verstehen“ wurde vom European Network of Houses for Debate „Time to Talk“ initiiert und in Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung als Teil des Vienna Humanities Festivals realisiert.

 
Read-a-thon

Sabine Gruber
Daniel Zipfel
Theodora Bauer
Andrea Grill
Thomas Ballhausen
Barbi Markovic
Georgi Gospodinov
Lydia Mischkulnig
Markus Binder
Olga Flor

10H00 Sabine Gruber

Sabine Gruber (* 1963 Meran; jüngste Veröffentlichung: „Daldossi oder Das Leben des Augenblicks“, C.H.Beck 2016) liest Gedichte von Nelly Sachs.

10H30 Daniel Zipfel

Daniel Zipfel (*1983 Freiburg; Jurist im Bereich Asylrecht, Debütroman: „Eine Handvoll Rosinen“, Kremayr&Scheriau, 2015) liest aus „Der Archipel Gulag“ von Alexander Solschenizyn lesen.

10H00 –
11H00 –
11H30 –
12H30 –
Der demokratische Horizont

Oliver Marchart ist einer der führenden politischen Theoretiker Europas. In zwei Studien, beide erschienen bei Suhrkamp, unterzog der österreichische Geisteswissenschaftler die fundamentalen Kategorien von „Politik“ und „Gesellschaft“ einer radikalen Kritik. Sein nächstes Buch – „Der demokratische Horizont. Politik und Ethik radikaler Demokratie“ – darf angesichts der Zunahme populistischer Tendenzen in der Politik mit großer Spannung erwartet werden. Es erscheint 2017. Im Rahmen des Vienna Humanities Festivals gibt Marchart, der seit diesem Jahr an der Universität Wien lehrt, eine Preview, moderiert von Eric Frey (Der Standard).

 
Der demokratische Horizont

Oliver Marchart

Oliver Marchart
Im Großstadtgewirr

Die rapide wachsenden Metropolen des 19. Jahrhunderts stellten die Menschen laufend vor eine Herausforderung: Wie finde ich mich in der expandierenden Stadt zurecht? Historiker und Wien Museum-Kurator Sándor Békési beleuchtet jene Medien und Infrastrukturen, die im Lauf der Moderne entwickelt wurden, um das räumlich Fremde im Stadtgefüge physisch und mental zu bewältigen, und die letztlich auch zur Neuorganisation der Stadt beitrugen.

 

Sándor Békési

Sándor Békési
Die 727 Tage ohne Karamo

Gespräch mit Filmausschnitten

Die junge Regisseurin Anja Salomonowitz entwickelte für ihre politischen Filme eine Filmsprache, in der sich Dokumentarfilm, Spielfilm und These vermischen. „Kurz davor ist es passiert“ thematisiert den Frauenhandel, „Die 727 Tage ohne Karamo“ erzählt davon, wie Paare unterschiedlicher Nationalität gegen Behördenschikanen in Österreich kämpfen. Über ihr filmisches „Plädoyer für eine grenzenlose Liebe“ wird Salomonowitz im Gespräch ebenso Auskunft geben wie über weitere Aspekte des Filmschaffens, die sie als Künstlerin beschäftigen. Moderation: Werner Michael Schwarz (Wien Museum)

 
Die 727 Tage ohne Karamo

Anja Salomonowitz

Anja Salomonowitz
Read-a-thon

Ein Literaturmarathon mit hochkarätigem Starterfeld: Wir haben zehn AutorInnen eingeladen, Auszüge aus Werken von SchriftstellerInnen ihrer Wahl vorzulesen, die persönliche Erfahrungen mit Ortswechsel, Migration, Flucht und Vertreibung thematisieren. Das Spektrum reicht von Klassikern des 20. Jahrhunderts wie Brecht oder Solschenizyn bis hin zu zeitgenössischen Texten, die Vertreibung darstellen. Pro AutorIn sind 30 Minuten Zeit vorgesehen, ohne Pause zwischen den Lesungen.

Das Read-a-thon „Migration durch Literatur verstehen“ wurde vom European Network of Houses for Debate „Time to Talk“ initiiert und in Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung als Teil des Vienna Humanities Festivals realisiert.

 
Read-a-thon

Sabine Gruber
Daniel Zipfel
Theodora Bauer
Andrea Grill
Thomas Ballhausen
Barbi Markovic
Georgi Gospodinov
Lydia Mischkulnig
Markus Binder
Olga Flor

11H00 Theodora Bauer

Theodora Bauer (*1990 Wien, Debütroman „Das Fell der Tante Meri“, Aufbau Verlag, 2016) liestAusschnitte aus John Steinbecks „Früchte des Zorns“.

11H30 Andrea Grill

Andrea Grill (*1975 Bad Ischl, jüngste Publikationen: Gedichtband „Safari, Innere Wildnis“, Otto Müller Verlag 2014, Roman „Das Paradies des Doktor Caspari“, Zsolnay 2015) liest aus dem Buch „Das Regal der letzten Atemzüge“ von Aglaja Veteranyi.

12H00 Thomas Ballhausen

Thomas Ballhausen (*1975 Wien, Erzählband „Gespenstersprache“, Edition Atelier 2014, und Essays „Die Signaturen der Erinnerung“, Edition Atelier 2015) liest aus Lore Segals Roman „Wo andere Leute wohnen“.

11H30 –
12H30 –
13H00 –
14H00 –
Migration und Sexarbeit

Das Thema Sexarbeit/Prostitution kommt in Diskussionen über Migration nur selten vor, was angesichts der Zahlen erstaunlich ist. In Wien sind rund 95 % der registrierten Sexarbeiterinnen Migrantinnen. Ein Gutteil stammt aus EU-Ländern des früheren Ostblocks; viele sind Asylwerberinnen. Im Rahmen des Vienna Humanities Festivals und im Kontext der Wien Museum-Ausstellung „Sex in Wien“ sprechen die Politologin Helga Amesberger – Autorin des Buches „Sexarbeit in Österreich“ (2014) – und Maria Hörtner von LEFÖ – Beratung, Bildung und Begleitung für Migrantinnen mit Martina Nußbaumer (Wien Museum) über die Arbeitssituation von Sexarbeiterinnen in Österreich.

 

Helga Amesberger
Maria Hörtner

Helga Amesberger
Maria Hörtner
Völkerwanderung: ein instrumentalisierter Begriff

Die Migrationsbewegungen des 21. Jahrhunderts werden immer wieder – und nie ohne politische Motivation – als „Völkerwanderung“ bezeichnet. Grund genug, auf die eigentliche Völkerwanderung des frühen Mittelalters zurückzublicken. Walter Pohl, Professor für Geschichte an der Universität Wien und Direktor des Instituts für Mittelalterforschung der ÖAW, ist hier führender Experte. Er hat Studien über die Awaren und die Germanen verfasst und ist Autor des Standardwerks „Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration“ (2002). Beim Vienna Humanities Festival diskutiert er mit Sibylle Hamann über seine Forschung und hinterfragt die Logik der gegenwärtigen Analogien.

 
Völkerwanderung: ein instrumentalisierter Begriff

Walter Pohl

Walter Pohl
Literatur und Flucht

„Fluchtwege“: So nennt sich eine Anthologie mit Texten von SchrifstellerInnen, die im September im Czernin Verlag erscheint und von Susanne Scholl (gemeinsam mit Eva Rossmann) herausgegeben wird. Scholl ist einer breiten Öffentlichkeit als Doyenne der ORF-Auslandsberichterstattung und ausgewiesene Russland-Kennerin bekannt, ist aber auch selbst literarisch tätig. Welche Bedeutung der schriftstellerische Umgang mit Flucht und Migration haben kann und wie viel Spielraum zwischen Fakten und Fiktion besteht, diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Gesprächs, das Philipp Blom mit Susanne Scholl führt.

 
Literatur und Flucht

Susanne Scholl

Susanne Scholl
Read-a-thon

Ein Literaturmarathon mit hochkarätigem Starterfeld: Wir haben zehn AutorInnen eingeladen, Auszüge aus Werken von SchriftstellerInnen ihrer Wahl vorzulesen, die persönliche Erfahrungen mit Ortswechsel, Migration, Flucht und Vertreibung thematisieren. Das Spektrum reicht von Klassikern des 20. Jahrhunderts wie Brecht oder Solschenizyn bis hin zu zeitgenössischen Texten, die Vertreibung darstellen. Pro AutorIn sind 30 Minuten Zeit vorgesehen, ohne Pause zwischen den Lesungen.

Das Read-a-thon „Migration durch Literatur verstehen“ wurde vom European Network of Houses for Debate „Time to Talk“ initiiert und in Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung als Teil des Vienna Humanities Festivals realisiert.

 
Read-a-thon

Sabine Gruber
Daniel Zipfel
Theodora Bauer
Andrea Grill
Thomas Ballhausen
Barbi Markovic
Georgi Gospodinov
Lydia Mischkulnig
Markus Binder
Olga Flor

12H30 Barbi Markovic

Barbi Markovic (*1980 Belgrad, Publikationen: Thomas Bernhard-Remix-Roman „Ausgehen“, Suhrkamp 2009, Roman „Superheldinnen“, Residenz 2016) liest die Kurzgeschichte „Zu Hause“ von Istvan Orkeny und einen weiteren Text als Überraschung.

13H00 Georgi Gospodinov

Georgi Gospodinov (*1968 Jambul/Bulgarien, lebt in Sofia, zuletzt in deutscher Übersetzung: Roman „Physik der Schwermut“, Droschl 2014, und Erzählungen „8 Minuten und 19 Sekunden“, Droschl 2016) liest aus dem Roman „Austerlitz“ von W. G. Sebald (in englischer Sprache).

13H30 Lydia Mischkulnig

Lydia Mischkulnig (*1963 Klagenfurt, zuletzt Roman „Vom Gebrauch der Wünsche“, Haymon 2014, Erzählungen „Die Paradiesmaschine“, Haymon 2016) liest aus dem Roman „Jenseits von Schuld und Sühne“ von Jean Améry.

13H00 –
14H00 –
14H30 –
15H30 –
Islam auf Europäisch?

Gibt es einen europäischen Islam? Und welche Rolle könnte er auf dem Kontinent spielen? Kaum eine Frage der aktuellen politischen Diskussion ist umstrittener, ja vielleicht sogar existenzieller für unsere Gesellschaft. Zwei führende Stimmen in der Debatte sind die Politikwissenschaftler Farid Hafez und Thomas Schmidinger. Beim Vienna Humanities Festival diskutieren die beiden über europäischen Populismus, über Islamkritik und Islamfeindlichkeit sowie über die Situation der muslimischen Community in Österreich. Das Gespräch führt Wien Museum-Direktor Matti Bunzl.

 
Islam auf Europäisch?

Thomas Schmidinger 
Farid Hafez

Farid Hafez
Thomas Schmidinger 
Fluchtwege

Die Bilder, die wir von Flucht und Migration im Kopf haben, sind von den Medien geprägt und oftmals eindimensional und reißerisch. Dem visuellen Einheitsbrei stellt der Fotograf Florian Rainer seine Fotodokumentation „Fluchtwege“ entgegen, die 2015 als Buch publiziert wurde (der Erlös geht an den Verein Ute Bock). Welche fotografischen Möglichkeiten gibt es, sich dem heiklen Thema zu nähern? Welche Bilder bekommen wir üblicherweise nicht zu sehen? Das Gespräch mit dem Fotografen führt Sibylle Hamann.

 
Fluchtwege

Florian Rainer

Florian Rainer
Flows of Globalization

Few scholars have been more influential on the conception of globalization than Arjun Appadurai. The Indian-American cultural anthropologist, a professor at New York University (and currently guest professor at Humboldt University Berlin), developed an entire critical apparatus for its analysis. At the heart of this approach, which Appadurai first presented in the early 1990s, are five overlapping and diverging flows: Ethnoscapes, Mediascapes, Technoscapes, Financescapes and Ideoscapes. At the Vienna Humanities Festival, he gives an update on his thinking on the dynamics of globalization, particularly against the backdrop of ever-increasing populism. In conversation with Shalini Randeira (IWM).

 
Flows of Globalization

Arjun Appadurai

Arjun Appadurai
Read-a-thon

Ein Literaturmarathon mit hochkarätigem Starterfeld: Wir haben zehn AutorInnen eingeladen, Auszüge aus Werken von SchriftstellerInnen ihrer Wahl vorzulesen, die persönliche Erfahrungen mit Ortswechsel, Migration, Flucht und Vertreibung thematisieren. Das Spektrum reicht von Klassikern des 20. Jahrhunderts wie Brecht oder Solschenizyn bis hin zu zeitgenössischen Texten, die Vertreibung darstellen. Pro AutorIn sind 30 Minuten Zeit vorgesehen, ohne Pause zwischen den Lesungen.

Das Read-a-thon „Migration durch Literatur verstehen“ wurde vom European Network of Houses for Debate „Time to Talk“ initiiert und in Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung als Teil des Vienna Humanities Festivals realisiert.

 
Read-a-thon

Sabine Gruber
Daniel Zipfel
Theodora Bauer
Andrea Grill
Thomas Ballhausen
Barbi Markovic
Georgi Gospodinov
Lydia Mischkulnig
Markus Binder
Olga Flor

14H00 Markus Binder

Markus Binder (Schlagzeuger und Textautor des Slang-Duos Attwenger, Prosaband „Testsiegerstraße“, Verbrecher Verlag 2005, ein zweiter Prosaband erscheint ebendort im November 2016) liest Texte von Bertolt Brecht.

14H30 Olga Flor

Olga Flor (*1968 Wien, veröffentlichte zuletzt die Romane „Die Königin ist tot“, Zsolnay 2012, und „Ich in Gelb“, Junge und Jung, 2015) liest aus „33 Tage. Ein Bericht“ von Leon Werth und „Die neue Odyssee“ von Patrick Kingsley.

14H30 –
15H30 –
16H00 –
17H00 –
Dazwischen: Ich

Zwischen zwei Welten: So fühlen sich viele Menschen, die auswandern (müssen). In ihrem neuen Roman erzählt Julya Rabinowich die Geschichte eines 15-jährigen Flüchtlingskinds. Während Madina die Ankunft im neuen Land als Neustart erlebt, fällt es ihren Eltern schwer, Fuß zu fassen. Julya Rabinowich, die 1977 mit ihrer Familie von St. Petersburg nach Wien emigrierte, berichtet im Gespräch mit Günter Kaindlstorfer über ihre eigenen Erfahrungen und wie sie diese literarisch verarbeitet hat.

 
Dazwischen: Ich

Julya Rabinowich

Julya Rabinowich
Philosophie einer zerrissenen Welt

Carlos Fraenkel ist eine viel beachtete Stimme der neuen amerikanischen Philosophie. Beim Vienna Humanities Festival präsentiert der deutsch-brasilianische Professor an der McGill University in Montreal sein aktuelles Buch, „Teaching Plato in Palestine“. Teils intellektueller Reisebericht, teils Plädoyer für die Integration von Philosophie in unser persönliches und öffentliches Leben, ist es vor allem ein Versuch, die großen Fragen der Menschheitsgeschichte – Gibt es einen Gott? Kann Gewalt gerechtfertigt sein? Wer soll die Macht haben? – vor dem Hintergrund unserer globalen Konflikte neu zu verhandeln. Moderation: Philipp Blom

 
Philosophie einer zerrissenen Welt

Carlos Fraenkel

Carlos Fraenkel
Was kann Kunst in der Krise?

Die Welt gerät aus den Fugen, so scheint es. Doch wie reagiert die Kunstwelt auf die rasanten Umbrüche, auf „Migrationswelle“ und Terrorangst, Nationalismus und Spaltung der Gesellschaft? Wie kann sich die Kunst in einer Kultur der Aufregung Gehör verschaffen? Um solche Fragen dreht sich das Gespräch, das Rainer Schüller (Der Standard) mit Nicolaus Schafhausen, Direktor der Kunsthalle Wien und international einer der gefragtesten Kuratoren für zeitgenössische Kunst, führt.

 
Was kann Kunst in der Krise?

Nicolaus Schafhausen

Nicolaus Schafhausen
Wo ist Osten? Monolog Nr. 1 — Theatervorstellung

Seit eineinhalb Jahren reist Natalya Vorozhbyt durch die Ostukraine. Es kam zu Begegnungen mit dem Krieg – und den Kriegern. Und es stellte sich die Frage: Wer sind diese Männer, die die Waffen in die Hand nehmen? Kann man sich in einen von ihnen verlieben? Als es auf dem Flughafen Donezk zum Aufeinandertreffen mit Soldaten kommt, helfen nur noch beißender Humor und Ironie, um sich zu retten …

In ukrainischer und russischer Sprache mit deutschen Übertiteln. 50 Minuten.

„Wo ist Osten? Monolog Nr. 1“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Theatre of Displaced People, Democracy.doc und Goethe Institut Ukraine und hatte am 1. April 2016 am Maxim Gorki Theater in Berlin Premiere. Gefördert durch das Projekt „Szenenwechsel“ des Internationalen Theaterinstituts (ITI) und der Robert Bosch Stiftung.

Natalya Vorozhbyt ist eine der führenden ukrainischen DramatikerInnen (u. a. „Tagebücher des Maidan“), Regisseurinnen und KuratorInnen. Ihre Theaterstücke wurden in viele Sprachen übersetzt und in der Ukraine und in anderen Ländern aufgeführt, z. B. am Teatr.doc in Moskau, an der Royal Shakespeare Company und am Royal Court Theatre in London. Seit 2015 ist sie zusammen mit Georg Genoux künstlerische Leiterin des Theatre of Displaced People in Kiew.

Georg Genoux ist Regisseur und Kurator sowie Mitgründer des Teatr.doc und des Joseph Beuys Theaters in Moskau. Seit 2003 hat er mehr als 80 Theaterprojekte in Osteuropa inszeniert oder kuratiert, von denen viele zu internationalen Festivals eingeladen wurden. Seit 2006 leitet er das internationale Theaterprojekt „Demokratie.doc“, seit 2015 ist er künstlerischer Leiter des Theatre of Displaced People in Kiew.

Theatre of Displaced People entwickelt seit Jänner 2015 in verschiedenen ukrainischen Regionen Theaterprojekte und soziale Initiativen. Im Dezember 2015 kürte gazeta.ua das Theater zur „Wichtigsten Errungenschaft des ukrainischen Theaters 2015“.

 
Wo ist Osten? Monolog Nr. 1 — Theatervorstellung

Natalya Vorozhbyt
Georg Genoux

Natalya Vorozhbyt
16H00 –
17H00 –
17H30 –
18H30 –
Schreiben und Schreien

Fiston Mwanza Mujila, 1981 in Lubumbashi/Demokratische Republik Kongo geboren, ist ein Shootingstar der französischsprachigen Literatur – und Wahlgrazer. Im Mittelpunkt seines ersten, vielfach ausgezeichneten Romans „Tram 83“ steht der gleichnamige Nachtclub in einer afrikanischen Großstadt, in dem sich Profiteure und Prostituierte, Ex-Kindersoldaten und Studenten treffen. Mujila liest aus neuen Texten und spricht mit Philipp Blom über Krieg und Korruption, über Globalisierung und Literatur.

 
Schreiben und Schreien

Fiston Mwanza Mujila

Fiston Mwanza Mujila
Restitution: eine Zwischenbilanz

Die Arisierung und der Entzug von Kunst während des nationalsozialistischen Terrorregimes sind nicht Geschichte. Vielmehr sind sie Teil des kulturellen Lebens in Österreich, nicht zuletzt unserer Museen. Denn alle großen Einrichtungen verfügen über Bestände mit fragwürdiger Provenienz, die erst durch intensive Forschungsarbeit erschlossen und gegebenenfalls der Restitution zugeführt werden können, so sie im staatlichen Eigentum sind. Die Historikerin Eva Blimlinger, Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien, ist wissenschaftliche Koordinatorin der Kommission für Provenienzforschung und stellvertretende Vorsitzende des Kunstrückgabebeirates der Republik Österreich. Sie berichtet vom aktuellen Stand der Restitutionsagenden und reflektiert im Gespräch mit Rainer Schüller (Der Standard) über die Bedeutung geraubter Kunst für das kulturelle Selbstverständnis Österreichs.

 
Restitution: eine Zwischenbilanz

Eva Blimlinger

Eva Blimlinger
Beethovens „Les Adieux“

Ludwig van Beethovens Klaviersonate Nr. 26 in Es-Dur – „Les Adieux“ oder „Das Lebewohl“ – ist ein hochpolitisches Werk. Geschrieben unter dem Eindruck von Napoleons Vorstoß nach Wien und der resultierenden Flucht Erzherzog Rudolfs im Jahr 1809, entwickelt das Werk eine musikalische Form, deren Satzeinteilung Abschied, Abwesenheit und Wiedersehen thematisiert. Doch auch darüber hinaus ist die Komposition voller subtiler Anspielungen und Kommentare zu politischen, ja geopolitischen Fragen. Der amerikanische Musikwissenschaftler und Pianist William Kinderman – ein weltweit führender Beethoven-Experte und derzeit Gast des Direktors des Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) und im Wintersemester Gastprofessor an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) – rekonstruiert die Welt von „Les Adieux“ und spielt das Stück in seiner ganzen Bedeutung.

 
Beethovens „Les Adieux“

William Kinderman

William Kinderman
17H30 –
18H30 –

Orte

1
Wien Museum
2
brut Wien
3
TU Wien
4
Karlskirche
 
 
Ein Projekt von:
Institut für die Wissenschaft vom Menschen
Wien Museum
In Kooperation mit:
Time to Talk
 
Sponsoren und Partner:
Alex SorosERSTE StiftungAksenov Family FoundationAmerican Friends of the Vienna Museum
Allianz KulturstiftungWien KulturDer Standard

Wir danken unseren Location-Partnern
TU Wien, Karlskirche und brut.

Während des Vienna Humanities Festivals werden Illustrationen des Projekts
„Wallpaper for Refugees“ im Wien Museum gezeigt.

 
Presse
Kontakt
Peter Stuiber
Leitung Kommunikation und Marketing
+43 (0) 1 505 87 47 – 84019
peter.stuiber@wienmuseum.at
Marion Gollner
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Impressum Für den Inhalt verantwortlich: Wien Museum, Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) und The European Network of Houses for Debate “Time To Talk”.
Projektteam – IWM: Marion Gollner, Knut Neumayer, Christina Pössel, Shalini Randeria; Wien Museum: Matti Bunzl, Christine Koblitz, Nathaniel Prottas, Christina Schwarz, Peter Stuiber; “Time To Talk”: Dessy Gavrilova
Gestaltung: studio-es.at
Illustration: Célestin Krier
Code: philippdaun.net
Lektorat: Katharina Sacken